von Stenbjerg nach Blokhus
from Gerd_S
Monday
May 16, 2011
Ich hatte mir gestern schon vorgenommen heute ein paar Kilometer zu
sammeln und es bis nach Blokhus ins nächste Hostel zu schaffen. Als
kleines Druckmittel hatte ich dort schon mal ein Zimmer reserviert. Als
Abkürzung nach Hanstholm wollte ich die Landstrasse nehmen, da der
offizielle Weg sich nach Norden schlängelt und ich so ein paar Km sparen
konnte. Ich hab mich erstmal an die Strasse gestellt und die Lage
beurteilt. Als während einer Zigarettenlänge ganze 2 Wagen (aus jeder
Richtung einer) durchkamen hieß es Helm auf und los. Mit leichtem
Rückenwind ginge es gegen Norden. Ab Klitmöller hatte mich der Anblick
eines neu angelegten Radweges längs der Strasse in Verzückung versetzt.
Der Teer schien gerade erst getrocknet zu sein, ein Asphalt gewordener
Radlertraum. Nach 80 Minuten und mit einem Durchschnitt von 23 Km/h
erreichte ich Hansholm. Direkt hinter dem Hafen stand auf einer Düne ein
Bunker zu dem eine Treppe führte, ich schaute ihn mir natürlich an. Es
war der Feuerleitstand der Küstenbatterie "Hansthom I" mit vier 38cm
Geschützen. Zusammen mit einer weiteren Batterie in Norwegen hatten sie
die Aufgabe den Skagerrak frei von Feindschiffen zu halten. Die 38cm
Geschütze wurden eigentlich für die Schiffe der Bismarck-Klasse
entwickelt, hier aber auch zur Küstenverteidigung eingesetzt. Woher ich
das alles weis? 250 m nach dem Bunker gabs ein Hinweisschild zum
"Bunkermuseum", ich komme an sowas einfach nicht vorbei. Einer von 4
Geschützbunkern ist fast komlett begehbar, in einem langen Anbau gibt es
noch allerlei Rahmeninfo, sehr beeindruckend und interessant. Als ich
nach etwa zwei Stunden wieder draussen war hatte es gerade zu regnen
begonnen und bis zum Nachmittag tröpfelte es mal mehr, mal weniger. Die
Strecke von Hansholm nach Westen ist Landschaftlich sehr reizvoll hat
aber lange Abschnitte meines absoluten Horrors, Kiesweg! Mal ein paar
Kilometer, ok aber heute ging es über Abschnitte die sechs - acht
Kilometer lang sind. Diese Wege sind einfach das Letzte, sie fühlen sich
an als ob sie das Rad mitsamt Fahrer verschlingen wollen. Nachdem ich
auf der letzten Rille am Hostel ankam hätten es auch keine 2 Km mehr
sein dürfen, die Streckenführung war ziemlich kräftezehrend. An der
Rezeption hing ein Umschlag auf dem "Welcome Gerhard Stange", im Zimmer
wartete eine Thermoskanne Kaffee und eine Schale mit Trauben und kleinen
Haribotütchen. Die Trauben mussten binnen 5 Minuten dran glauben, die
Haribos gibts als Betthupferl :)
Bis Morgen,
Gerd
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