Paw Paw nach Frostburg
from Gerd_S
Wednesday
April 19, 2023
Die erste Nacht im Zelt habe ich schonmal gut überstanden. Irgendwann nach 02:00 Uhr ging gegenüber vom Potomac ganz in der Nähe eine Sirene los. Ich dachte noch kurz, "Ah, das Warnsignal wenn flussaufwärts ein Damm gebrochen ist", über diesen Gedanken bin ich dann auch wieder eingeschlafen. :)
So um sieben bin ich dann wieder aufgewacht und hörte noch wie Marc den Zeltplatz verließ, ein early Bird. Von ihm hätte ich mir noch was abschauen können, wie man auch ohne so viel Krempel über die Runden kommt. Er hatte nur eine große Lenkertasche und zwei hintere Packtaschen, vom Gewicht her beneidenswert, allerdings mag ich auch meinen Komfort, und der hat leider Gewicht und braucht Stauraum. Nachdem wieder alles zusammengepackt und am Rad hing war es schon wieder zehn, ich hab nicht direkt Gas gegeben und auch noch den ein oder anderen Kaffee getrunken aber da ist auch organisatorisch noch Luft nach oben. Für viele Sachen brauchte ich drei Handgriffe was mit einem auch zu erledigen wäre. Das spielt sich aber noch ein.
Das Wetter war wieder traumhaft schön, ziemlich frostig am Morgen aber die Sonne heizte alles schnell auf. Auf dem Trail war ich wieder lange alleine unterwegs ohne jemandem zu begegnen, hier und da Grüßte die Tierwelt. Im ehemaligen Kanal leben jede Menge Schildkrüöen die sich auf im Wasser liegenden Baumstämmen im Rudel sonnen und mit einem Ploppen und Platschen ins Wasser gleiten sobald sich irgendetwas nähert. Ich hatte gestern schon versucht ein Exemplar aufs Bild zu bekommen aber ich kam nie nahe genug heran bevor sie ins Wasser flüchteten. Heute hab ich ein weniger scheues Pärchen erwischt.
Ein Stück weiter machte eine Eichhörnchen ein Rennen mit mir und lief über eine Strecke von 10 - 15m neben mir her um dann auf einem Baum zu verschwinden. Eine Gänsemutter führte gerade ihren Nachwuchs über den Weg als ich vorbei kam, ihr Fauchen machte mir deutlich, lieber zügig vorbeifahren und auf irgendwelche Bildversuche verzichten.
Im weiteren Verlauf war dann schon mehr los und in Cumberland war es dann ein Radfahrer Hotspot. Hier treffen sich der C&O und die "Great Allegheny Passage" (kurz GAP), wobei es sich bei letzterer um eine stillgelegte Bahnlinie handelt die von Cumberland bis nach Pittsburgh führt. Es gibt wohl keine bessere Alternative um durch die Apalachen zu kommen. Es geht hinter Cumberland über etwa 22 Meilen nur bergauf, allerdings in einer eisenbahnverträglichen Steigung. Dann geht es in etwa die selben Höhenmeter wieder bergab, ansonsten überwiegend flach. Da ich heute schon gut zwei Drittel der Steigung hinter mir habe brauche ich mir über den Rest keine Sorgen machen, mit frischen Beinen hüpfe ich da morgen schnell drüber. Heute ging es in für mich ungewöhnlich hoher Trittfrequenz und mit kleinem Blatt im Mittel so mit 11/12 kmh nach oben, wenn der Wind mal von vorne drückte konnte es auch mal deutlich unter 10 kmh gehen. Das kam aber selten vor und der Wind spielte heute keine größere Rolle.
Den Plan zu Zelten hab ich kurzfristig aufgegeben, da der Zeltplatz auch über einen Schlafraum verfügt und ich der einzige Gast bin. Ein paar Dollar mehr ist mir das wert und ich lief auch Gefahr mein Zelt im Dunkeln aufzuschlagen, da ich mich am Ortseingang Frostburg mit einem anderen Radler festgequatscht hab und so ne halbe Stunde drauf ging. Er ist im Tourismus für irgendeine öffentliche Stelle tätig und wusste viel zu allem rund um Radfahren in den USA zu erzählen. Ein Thema war auch wie durch Corona im Tourismus viel eingeschlafen ist oder gänzlich kaputt ging und das diesen Sommer ein regelrechter Boom erwartet wird. Kann ich mir gut vorstellen, hab aber auch den Start der Fliegerei im Hinterkopf, wo - zumindest an vielen Deutschen Flughäfen - erstmal das Chaos regierte.
So genug geplaudert, Irgendwie steckt mir noch diese Umleitung bei Paw Paw in den Knochen *gähn*.
Machts gut,
Gerd
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