Gwinner nach Edgeley
from Gerd_S
Wednesday
May 24, 2023
Der Tag heute erfüllte anfangs komplett meine Erwartungen, schöner kräftiger und gleichmäßiger Wind aus Osten. Auch die Straßenqualität war super, mäßiger Verkehr und die Kilometer schmolzen nur so dahin. In Verona gab es zum Mittag was von der Tanke, war garnicht übel. Dazu sein angemerkt, dass in ländlichen Gegenden die Tankstelle gleichzeitig Imbiss und Supermarkt ist mit Sitzplätzen und freundlicher Bedienung. Bis zu meiner ersten Übernachtungsoption war es dann auch nicht mehr weit und bei dem Tempo hätte ich dort garnicht gehalten um zu überlegen, wenn aber eine Interkontinentalrakete am Straßenrand steht komme ich da nicht vorbei ohne einen Blick darauf zu werfen. Es handelte sich um eine Minuteman, eine taktische Rakete zum Transport eines Nuklearsprengkopfs. Ein Hinweisschild verriet noch, dass diese in den 60gern in North Dakota stationiert waren um die USA vor einem russischen Angriff zu schützen. Wobei "Schutz" ja relativ ist, es ging damals um die gegenseitige Abschreckung.
Eine Wasserscheide wurde auch wieder überquert, diesmal die Laurentinische. Diese zieht sich einmal diagonal durch Nord Dakota, nach Norden fließt das Wasser Richtung arktischem Ozean, bzw. Hudson Bay, nach Süden in den Golf von Mexico, zumindest an meiner Position.
Kurz nach der Rakete änderte sich der Wind relativ unerwartet auf einen ruppigen Südwind der auch teils die Tendenz zum Gegenwind hatte. Meine Wetterapp bestand weiterhin auf Ostwind. Bis zur zweiten Übernachtungsoption waren es noch 15 Kilometer und an der Windsituation änderte sich nichts, deshalb beschloß ich die weiteren 75 Kilometer zur dritten Option nicht mehr anzugehen. Witzigerweise war sich der Weather-Channel auch nicht ganz einig. Dort war für meine Gegend weiterhin starker Wind aus NordOst geschrieben, das eingeblendete Wetterradar zeigt aber Wolkenbänder die schnurgerade von Süd nach Nord zogen, verrückt. Naja, hier bin ich erstmal gut untergekommen und es gibt sogar eine Guest-Laundry, hätte ich nicht mit gerechnet, da ansonsten das Prädikat Absteige zutrifft ;). Der Besitzer ist total nett und es ist auch hinreichend sauber. Direkt nebenan ist eine Bar und Grill - auch Dorfkneipe genannt - in der ich ein gutes Steak mit Salat und Ofenkartoffel bekommen hab. Nun warte ich noch auf den Wäschetrockner, die ersten 6 Quarter haben nicht gereicht um alles trocken zu bekommen, also noch einen Durchgang.
Das Gute an den Windchaos heute, ich war schon kurz nach fünf im Zimmer und bekomme mehr Schlaf den ich auch gut gebrauchen kann. Bei optimalen Verhältnissen wäre ich weitergefahren und auch dann nicht vor 20:00 Uhr am Motel gewesen. Ich bin schon gespannt was es morgen für Wetterüberraschungen geben wird.
Bis dahin,
Gerd
0 Kommentare