Circle nach Jordan
from Gerd_S
Thursday
June 1, 2023
Am Ortsausgang von Circle gab es noch ein kleines Museum und ein paar Hinweistafeln, da ich so ziemlich alleine dort war und das Museum geschlossen aussah hab ich dort gleich mal gefrühstückt. Ich hatte mir an der Tanke noch was aus dem Warmhalter mitgenommen in der Annahme es sei ein Cheesburger. War es dann irgendwie auch allerdings mit Waffeln statt Brötchen. Naja, wird jetzt nicht mein Lieblingsessen...
Die Strecke von etwa 20 Km nach Brookway ging es Richtung Süd-Westen und ich hatte leichten Gegenwind, als es dann nach Westen abbog leider auch nur einen leichten Rückenwind. Anfangs war es wie schonmal gehabt. Rechts Feld, links Feld, Huckel hoch, Huckel runter. Im weiteren Verlauf wurde es aber wieder richtig schön. Die Strasse war von super bis Katastrophe. Von dem mäßigen Verkehr waren weit über die Hälfte Kieslaster, teilweise mit Anhänger. Ich hab nicht mitgezählt aber es war sicher eine dreistellig Anzahl von Lastern die mir entweder entgegenkamen oder mich überholten. Die Dinger sind auch old-school US-Laster und haben einen Cw-Wert von einem Kleiderschrank. Die Schieben eine Luftwand vor sich her die einen wie ein Brett trifft. Die Strassenqualität nahm auch rapide ab und die kleine Schulter verschwand völlig. Die Lkw wurde ich erst 40 Km weiter los, da war ein Umschlagplatz für Sand, Kies und Abraum der Baustelle in die ich 8 Km weiter einfuhr. Anfangs war es eine schöne Cravel-Road und die eigendliche Baustelle wurde von "normalen" Verkehrsteilnehmern hinter einem Follow-Me Fahrzeug durchquert. Ich wurde überall durchgewunken und der Fahrer des Pilot-Fahrzeugs bot mir noch an das Rad hinten auf den Pickup zu werfen und bei ihm mitzufahren. Ich dachte "Klar,Cool, feine Sache" und hörte mich sagen "Och nö, ich fahr mal selbst, wenn Verkehr kommt mach ich Platz" :). Die Baustelle war recht easy, da weitläufig und gut planiert. Außerdem pendelte hier ein Wasserfahrzeug, dass die komplette Fahrbahn nass machte und so der Staub gebunden wurde. Auf den paar Kilometern vorher bin ich quasi im Gegenverkehr gefahren, da bei dem Südwind der Staub von mir wegwehte. Als ich dann durch war hab ich erstmal ein Päuschen gemacht, was getrunken und geraucht und dachte mir, dass ein paar Bilder ja nicht schlecht gewesen wären. Naja, es geht sicher auch ohne und wenn ich für jede Baustelle und "Road-Closed" ein paar Kilometer geschenkt bekommen würde, wäre ich schon in Frisco ;)
Die letzten Kilometer hab ich es ruhig angehen lassen und bin nach Jorden gerollt. Gut dass ich das gestern nicht noch angegangen bin, da wäre ich zur Halbzeit schon durch gewesen.
Bei den von mir genutzten Karten ist bei jedem Kartensatz ein Abschnitt "Field-Notes" dabei. Hier wird etwas auf die Hintergründe und auf Wissenswertes zu der Gegend eingegangen, die man gerade durchfährt. Zu Jordan steht dort sinngemäß "hier sagen sich Fuchs und Hase gute Nacht". Und tatsächlich ist Jorden die isolierteste Stadt mit Sitz eines County in den zusammenhängenden 48 Staaten. Auf der Karte hab ich die 66 Meilen mit wenig Möglichkeiten gerade durchfahren, morgen warten 75 Meilen. Eine Möglichkeit mit Bett hat mir schon abgesagt, die haben ne Hochzeit und alle Zimmer voll. Möglichkeiten gibts schon, es hat aber alles mit Zelt zu tun. Wir werden sehen...
Erstmal schlafen.
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