Fort Bragg nach Manchester
from Gerd_S
Saturday
July 1, 2023
Das Motel an sich war ganz in Ordnung, im Zimmer über mir wurde aber scheinbar durch die Bewohner um Mitternacht renoviert und morgens wurde mit viel TammTamm der Tag begrüßt. Es handelte sich offensichtlich um zweisprachige Amerikaner, etwas englisch und die Muttersprache ist Brüllen. Beim Auschecken die nächste Überraschung. Da meine Wasserflaschen nicht unter irgendeinen Hahn passten fragte ich an der Rezeption ob ich meine Wasserflaschen irgendwo auffüllen kann. Sie schaute mich erst mal an, als hätte ich nach dem Verbleib des Bersteinzimmers gefragt und sagte dann, sie hätten zwar einen Wasserspender aber der sei nur für Personal. Auf meinen Hinweis, dass es ganz normales Leitungswasser tut erhielt ich wieder diesen leicht dümmlichen Gesichtsausdruck was mich dann veranlasste es gut sein zu lassen und mich dankend verabschiedete. Kein Wasserhahn im ganzen Motel, sehr traurig oder sie war einfach nur intellektuell etwas einfach strukturiert. An der nächsten Tanke gab es Kaffee, Mountain-Dew und Wasser für meine Flaschen :)
Die Fahrt war geprägt von kühlem Wind der in den interessanten Nebelbänken um die Buchten auch mal nass-kalt werden konnte. Es ging auf und ab und nach etwa 30 Kilometern hatte ich im Grunde schon keine Lust mehr. Ein Anstieg war dermaßen steil, dass ich kapitulierte und schiebend hoch musste. Der Verkehr war stark aber erträglich, ein bunter Mix aus mitdenkenden Zeitgenossen und Marke "Wo hast Du denn den Führerschein her?" Am schlimmsten für meinen Seelenfrieden sind diejenigen die trotz freier Gegenspur - im Extremfall trotz freier linker Spur - 50 cm an der weißen Linie vorbeibrettern auf der ich gerade fahre. Das ist auch schon anderen Radlern aufgefallen, eine bestechende Theorie hatte dazu niemand, ich vermute es ist so wie ein Amerikaner sagte: "Die sind halt dumm" ;).
Vielfach kommt es mir so vor, als wären einige mit der Küstenstrasse an sich schon leicht überfordert und wenn ich dann noch ins Spiel komme ist das Ende der Klugheit erreicht. Wie dem auch sein, wenn man etwas sinnig fährt funktioniert das überraschend gut, ich hatte bisher noch keine wirklich ernste Situation, auf der Fahrt zur Arbeit hab ich manchmal zwei pro Strecke :).
Eben hab ich leider feststellen müssen, dass es bis zum Platz morgen nicht 85 sondern 110 Km sind. Ob das was wird sehen wir morgen, ich hab da leichte Bedenken da ich heute nach etwas mehr als 60 schon recht rund war. Das hoch-runter killt mich. Möglichkeiten zum campen gibt es reichlich, allerdings hatte ich mir diesen Platz rausgesucht da es dort ne Dusche gibt. Ich kann das gerade nicht verifizieren da das Internet gerade so funktioniert für mehr aber untauglich ist. Zur not geht es auch ohne Duschhaus. Ich hab heute meinen schwarzen Wassersack zwei Stunden in die Sonne gelegt und hatte dann eine kleine Spardusche. Funktioniert ganz gut, man muss halt auf Shampoo verzichten und noch genug Sonne am Platz haben um das Wasser auf eine erträgliche Temperatur zu bringen. Zum Abendessen gab es was aus der Microwelle vom Campingplatz ein paar Bäume weiter, dort habe ich mir auch noch eine Dose Bier für den Sonnenuntergang besorgt, die hoffentlich gleich noch ein wenig kühl ist. Ob ich damit zum Strand fahre ist noch nicht sicher, ich habe etwas Kopfschmerzen wegen des Rückwegs im Halbdunkel und hundkaputt bin ich auch.
Solong,
Gerd
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